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Interviews

The Life of Mohamed Ezzat, alias Moee: „Du darfst Entscheidungen nicht persönlich nehmen!“ (Part 2)

Villen in Dubai, Bugattis und internationale Promis – auf Instagram wirkt es so, als sei das Leben von Mohamed Ezzat, alias Moee, ein einziger Film. Im Interview verrät uns der aus Bonn stammende Vertriebler, wie es dazu kommen konnte – und gibt einmalige Einblicke in sein Mindset.

Hinweis: Wenn du Part 1 verpasst hast, lies schnell hier weiter!

Wie bist du dann mit der Krise umgegangen?

Ich musste die Initiative ergreifen. Das Geld wurde auch immer weniger, weil ich nur noch Ausgaben hatte und keine Einnahmen. Da habe ich selbst gemerkt, dass es ein wenig knapp wird. Eine Wohnung zu vermieten und damit ein wenig Kleingeld zu machen – das war nichts für mich. Mein Problem war: ich hatte mich an die großen Zahlen gewöhnt. Ich wollte also einen Job, bei dem ich immer noch die gleichen Kontakte habe und an die gleichen Kunden komme. Deshalb wollte ich mit einer Luxusmarke zusammenarbeiten. Ich habe mich mit Ferrari, Lamborghini und anderen Marken befasst und habe irgendwann beschlossen, mich bei Porsche zu bewerben.

Ich hatte allerdings von der Automobilbranche keine Ahnung. Also habe ich alles über Porsche gelernt. Alle Modelle, deren Eigenschaften, die Geschichte, ich wusste alles. Beim Bewerbungsgespräch ist dann der Satz gefallen: „Wir wollen jemand mit Erfahrung in der Automobilindustrie.“. Darauf habe ich dann, wie schon im Handyladen geantwortet: „Gebt mir einfach eine Chance und lasst mich umsonst arbeiten. Ich will euch beweisen, was ich kann.“

Kamst du damit durch?

Naja, das war Porsche in Dubai und nicht irgendein kleiner Mobilfunkladen in Bonn. Daher war die Antwort erst mal: „Hör‘ mal zu, junger Mann. Ich weiß nicht, was du bisher für Erfahrungen gesammelt hast, aber wir sind eine renommierte Firma und wir machen solche Deals nicht. Wer hier einen Fuß auf den Teppich setzt, der bekommt einen Vertrag.“. Dann habe ich gefragt: „Wie können wir es dann machen?“. Daraufhin haben die mich nochmal zu einem zweiten Gespräch eingeladen, weil denen meine Art gefallen hat. Nach dem dritten Interview haben sie mich dann eingestellt, auch wenn sie dabei unsicher gewirkt haben.

Der Personaler, der mich eingestellt hat, kam zu mir und meinte: „Wir haben bei dir wegen deiner Vorgeschichte und deiner Performance eine riesige Ausnahme gemacht. Bitte enttäusch‘ mich nicht.“. Ich habe ihm ein Versprechen gegeben: „Hör zu, ich werde dich niemals enttäuschen. Die Leute werden auf dich zukommen und sich bei dir dafür bedanken, dass du mich eingestellt hast.“ Das war mein Start bei Porsche.

Also hast du mit deiner besonderen Art auch in der neuen Branche Erfolg gehabt…

Ich habe wieder an meinem Netzwerk gearbeitet und Leute kennen gelernt, die erfolgreich im Leben sind. Ich habe bei Porsche auch wieder Verkaufsrekorde gebrochen, war dort der beste Verkäufer. Logischerweise war ich dann auch bei den Chefs sehr angesehen.

Durch diesen Erfolg habe ich mich dann wieder im Leben stabilisiert. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich erneut das Maximum erreicht habe. Deshalb bin ich dann von Porsche zu Aston Martin gewechselt. Da habe dann wieder genau das Gleiche gemacht und auch wieder Rekorde gebrochen.

„Egal, was ich mache und wie ich es mache, ich will immer der Beste sein.“

Und so habe ich mich damals gefühlt: Einfach unschlagbar.

Der Erfolg kam also zurück, aber ich wusste jetzt, wie schnell es gehen kann. Du kannst von einen auf den anderen Tag dein ganzes Geld verlieren. Deshalb bin ich etwas anders an die neuen Jobs dran gegangen. Diesmal habe ich es mit System gemacht. Ein bisschen Geld investieren, bei Seite legen, selbst Immobilien kaufen und so weiter. Damit du immer noch Assets hast, falls du mal dein Geld verlierst.

Irgendwann bist du aber wieder aus der Automobilbranche ausgestiegen…

Nach Aston Martin habe ich gemerkt, ich habe meine Qualitäten und ich kann sie nutzen. Ich wollte sie aber bei größeren Sachen einbringen. Also habe ich mich selbstständig gemacht. Dafür habe ich einen Investor gebraucht. Das war für mich das Einfachste auf der Welt, wegen meiner Kontakte. Das war ein Netzwerk von hunderten Leuten, die mich kannten und mir sehr wohl gesonnen waren.

Mit dem ersten Anruf hatte ich direkt einen Investor und wir haben eine Firma hochgezogen. Dann habe ich irgendwann meine Firmenanteile verkauft. Dann habe ich wieder eine neue Firma gegründet, da ging es um Autovermietung von Luxus-Wagen. Die Firma habe ich wieder aufgebaut und verkauft und so habe ich gemerkt: Das will ich jetzt machen. Ich will Start-Ups aufbauen und sie dann verkaufen, wenn sie erfolgreich genug sind. Das war extrem profitabel.

Also verkaufst du bis heute erfolgreiche Start-Ups, die du selbst aus dem Nichts hochziehst?

Nein. Im Jahr 2014 gab es die nächste Krise, bei der der Ölpreis eingestürzt ist. Ich habe mir gedacht: Das kann doch nicht wahr sein. Jedes Mal, wenn es mir gut geht – boom, kracht der Markt ein.

„Ich muss noch mehr Geld verdienen, das war die Schlussfolgerung!

Irgendwann habe ich dann bei einer Investmentfirma in Dubai angefangen, die wollten mich damals einstellen. Da ging es um Millionen hier, Millionen da, das war auch für mich eine Herausforderung. Die haben zu mir gesagt: „Mo, du mit deinen Qualitäten und Eigenschaften – du kannst gar nicht nicht erfolgreich sein. Wir wollen dich, wir glauben an dich, komm doch einfach dazu.“ Also habe ich die Challenge aufgenommen. Ich habe gespürt, dass es dabei um einiges ging. Ich habe mich also gefragt: „Wie kann ich ein Pro für diese Firma sein? Wie kann ich dieser Firma behilflich sein?“.

Wie hast du deine Skills dann in den neuen Job eingebracht? Es hat ja offensichtlich gut funktioniert…

Es gab dann das ein oder andere Projekt. Wir haben zum Beispiel ein sehr günstiges Grundstück gekriegt. Darauf wollten wir ein Gebäude bauen. Wir mussten für den Start ein Investment anschaffen von 20 Millionen. Also brauchten wir einen Investor und ich hatte mein Netzwerk. Also habe ich meine Investoren angerufen, mich mit denen hingesetzt und wieder das getan, was ich am besten kann: verkaufen.

Die Firma hatte schon damals einen sehr guten Ruf und die Leute haben mir vertraut. So habe ich teilweise die Investmentgelder über das Telefon reingeholt. Meine Kontakte kannten mich, mochten mich, ich war ehrlich und sie haben uns unterstützt – oft mit mehr Geld, als ich zunächst brauchte.

„Ich habe gemerkt: Es ist egal, was du verkaufst. Im Endeffekt ist es nur die Kommazahl, die sich verschiebt.“

Ob du jetzt etwas für einen Euro verkaufst oder für tausend. Ich habe aber auch gelernt: es ist einfacher, etwas für eine Millionen Euro zu verkaufen, statt für tausend Euro. Warum? Weil die Zielgruppe mehr Geld hat. Da habe ich mich auch gefragt: „Was habe ich da mein Leben lang gemacht?“, in diesem kleinen Markt mit Mobiltelefonen zum Beispiel. Im Endeffekt war das aber für mich das beste Training.

Würdest du also sagen, dass man wohlhabenden Leuten leichter etwas verkaufen kann?

Im Markt der Superreichen gibt’s kein großes Überlegen. Die treffen Entscheidungen viel schneller. Da hörst du nicht „Ich werde das mit meiner Frau mal beim Abendessen besprechen und morgen nochmal auf dich zukommen.“. Da hörst du entweder Ja oder Nein. Manchmal hörst du noch: „Ich muss mal kurz meine Finanzen checken und rufe gleich zurück.“ Manchmal kriegst du auch einfach ein Nein. Das heißt aber nicht, dass dein Leben jetzt vorbei ist.

Du lässt dich also nicht runterziehen, wenn ein Deal mal nicht zustande kommt?

Ein Nein ist einfach nur eine Absage. Nichts anderes als Desinteresse, fertig. Das ist genau wie beim Dating. Wenn eine Dame dich nicht kennenlernen möchte, heißt das nicht, dass du ein Versager bist. Sie will dich halt nicht und das ist völlig okay.

Manche Egos brechen bei sowas zusammen. Die denken dann: „Vielleicht seh‘ ich nicht gut genug aus, ich bin wohl nicht gut genug.“. Davon rate ich Leuten ab, immer das Negative zu sehen und sich davon den Tag versauen zu lassen. Ein Nein ist einfach nur ein Weiter! Weiter geht’s! Der Nächste bitte! Entscheidungen sind situationsbedingt, sie hängen von so vielen Sachen ab, die nichts mit dir zu tun haben.

„Du darfst Entscheidungen nicht persönlich nehmen.“

Da kommt wieder dieses Positive in mir hoch, dieses „weiter, weiter, weiter!“.

Kommen wir nochmal zurück zu deinem Job: hat sich durch die neuen Umstände irgendwas für dich geändert? Du bist es ja mittlerweile gewohnt, in neuen Branchen durchzustarten.

Die Provisionen sahen natürlich plötzlich ganz anders aus. Früher habe ich mit Immobilien für ein, zwei Millionen gehandelt, dort habe ich auf einmal 20 Millionen für den Investmentfonds gesammelt. Heute bin ich für die Firma und die Leute, mit denen ich zusammenarbeite, wie ein Familienmitglied. Da sind richtige Freundschaften draus geworden. Wir sind eher Freunde als Geschäftspartner, du spürst dieses Geschäftsverhältnis gar nicht mehr.

Leider sehe ich bei anderen Menschen sehr oft diesen Ablauf: die Leute kommen um 8 Uhr ins Büro, sehen zu, dass sie die Zeit so schnell wie möglich hinter sich bringen, um dann mit Freunden abzuhängen oder TV zu gucken. Ich finde das schade, dass diese Leute keine Ambitionen haben. Es ist möglich, erfolgreich zu sein! Aber viele haben diesen Biss einfach nicht. Sie sind zufrieden mit ihrem Basisgehalt. Leider gibt es davon sehr, sehr viele Menschen. Deshalb hast du in jeder Firma ein paar Leute, die abrocken und den Rest, der einfach nur seiner Arbeit nachgeht.

Also ist die Arbeit für dich wie ein Spiel, bei dem es darum geht, immer weiter zu kommen und mehr Geld zu verdienen?

Im Endeffekt ist die ganze Welt ein Spiel. Aber versteh mich richtig: Ich achte auf die Investitionen meiner Klienten. Ich achte darauf, dass alles ordentlich und vernünftig abläuft. Es geht nie, niemals darum, den Leuten Geld aus der Tasche zu ziehen. Ich bin einfach nur jemand, der es liebt zu gewinnen und nach vorne zu kommen. Ein Vertragsabschluss ist für mich wie ein Orgasmus. Eine größere Freude gibt es für mich nicht. Der ganze andere Erfolg kommt dann von alleine. Heute sagen mir Leute: „Du wurdest mit bekannten Promis gesehen, du hast mit Schauspielern oder Sängern gechillt und die halbe deutsche Musikindustrie folgt dir auf Instagram.“. Das hat ja an sich mit verkaufen nichts zu tun.

Ich habe irgendwann begonnen, mit einer berühmten Person zusammenzuarbeiten. Da hatte ich zwar keine Erfahrung, habe aber das Unmögliche möglich gemacht und diese Person war danach mega erfolgreich. Natürlich lag das auch an der Person selbst, ich habe aber einen wesentlichen Teil dazu beigetragen. Das hat sich dann rumgesprochen und ich habe mit anderen Celebrities gearbeitet und ihnen geholfen. Jetzt kennen mich natürlich einige und fragen sich: „Was macht der Typ eigentlich?“. Denn was hinter den Kulissen abläuft, das teile ich nicht auf Instagram. Alles, was ich ernst nehme, behalte ich für mich.

Du erzählst das alles so, als wäre das ein ganz normaler Lebensablauf. Ist dir überhaupt bewusst, wie super erfolgreich du bist?

Das wurde mir bewusst, als ich bei Dirk Kreuter saß. Als die Leute für meine Geschichte geklatscht haben, habe ich gemerkt: „Für mich ist dieses Leben normal. Das hat sich mit der Zeit so entwickelt, aber andere haut das vom Hocker und die denken sich: „Was für eine krasse Story!“. Irgendwann sind die Leute aufgestanden und haben fünf Minuten lang Standing-Ovations gegeben. Das hat mich umgehauen. Ich bin echt selten nervös, aber an diesem Tag hatte ich das erste Mal Gänsehaut, alleine durch die Energie von anderen Menschen. Da habe ich mich das erste Mal damit befasst, wie extrem das, was ich erreicht habe, eigentlich ist. Ich komme ja eigentlich aus einem ganz normalen Haushalt im kleinen Bonn am Rhein.

Gibt es viele Menschen, die nur deinen Erfolg sehen und nicht deine Leistungen dahinter?

Das ist ein Punkt, den ich sehr oft erlebe: Die Leute sehen immer nur meinen Erfolg, die Spitze des Eisberges. Niemand sieht die anderen 70 Prozent. Niemand sieht, wo ich durchgegangen bin, wie oft ich gefallen bin und wieder aufstehen musste. Ich gebe das gerne zu: Ich bin durch Höhen und Tiefen gegangen, aber hatte immer die Spitze des Berges vor Augen. Und das sind jetzt nicht irgendwelche Kalendersprüche, ich meine das ernst.

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Sehr viele Leute machen einen auf Erfolgsguru und Millionär, hatten aber nie Erfolg im Leben. Die können einfach nur verdammt gut reden und gucken sich was von den wirklich erfolgreichen Menschen ab. Das finde ich sehr schade für die neuen Generationen, die sich an solchen Leuten festhalten, und dann nur so inhaltslose Tipps abkriegen.

An welchen Personen sollte ich mich denn deiner Meinung nach am besten orientieren?

Such‘ dir im Leben die echten erfolgreichen Leute raus und nimm diese als Ziel. Ich wünsche mir eine Welt, in der Leute, die sich als Berater präsentieren, ihren Kontostand zeigen müssen. Dann weißt du, ob sie wirklich was erreicht haben. Wenn jemand bei mir für fünf Millionen eine Immobilie gekauft hat dann wusste ich:

„Alles klar. Der Typ hat‘s drauf, das ist ein Vorbild.“

Ich werde oft von irgendwelchen Leuten zu einem Auftritt eingeladen, aber warum soll ich dahin? Bei Dirk habe ich das nur gemacht, weil er wirklich ein Erfolgsmensch ist. Raoul Plickat zum Beispiel, der ist real und erfolgreich oder die Baulig-Brüder auch, keine Frage. Die habe ich selbst kennengelernt, die haben mich nach Koblenz eingeladen. Extrem krass unterwegs, die Jungs. Wir waren zusammen essen und feiern, sowas ist für mich echt.

Hast du denn jetzt schon alles erreicht, was du wolltest?

Ich bin noch lange nicht da, wo ich hinwill. Ich will noch viel weiterkommen und noch viel mehr bewegen. Ich bin auf dem besten Weg und bin immer noch verdammt jung. Ich bin aber natürlich auch stolz darauf, was ich bis jetzt schon erreicht habe.

Sag uns mal kurz und knackig: Was genau ist gerade aktuell dein Beruf?

Ich bin in der Investmentindustrie, das ist mein Hauptberuf. Ich betreue nebenbei aber noch den ein oder anderen Celebrity. Da sind Schauspieler, Sänger und so weiter dabei. Aber, wie gesagt: da gebe ich nicht viel von preis, weil es ein sehr sensibles Thema ist. Viele Leute schmücken sich damit, dass sie mit VIP’s zusammenarbeiten. Die Celebrities wollen das aber nicht. Das, was hinter den Kulissen passiert, soll auch hinter den Kulissen bleiben. Deshalb halte ich mich da zurück und gehe nicht ins Detail.

Willst du unseren Lesern zum Abschluss noch spontan etwas mit auf den Weg geben?

Ich denke, dass jeder Mensch viel Geld verdienen kann. Manche brauchen vielleicht etwas mehr Training, aber jeder kann es. Wenn du dir das in den Kopf setzt und wirklich gerne Geld verdienst, dann kannst du das auch schaffen. Natürlich stehen Gesundheit und Familie vor dem Geld, aber auch da kann Geld helfen. Im Endeffekt dreht sich alles immer um Geld. Mit Geld kannst du auch anderen Leuten helfen und bist unabhängig. Im Herzen sollten aber immer Familie und Gesundheit die Nummer eins sein.

Ruben Schäfer

Chefredakteur des GEWINNERmagazins, PR-Experte und Gesicht hinter den Content und Blog-Strategien von internationalen Konzernen und erfolgreichen Unternehmern aus ganz Deutschland. Mehr unter rubenschaefer.de

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