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Interviews

Marion Terhaar: Wie ein Welpe zum besten Hund der Welt wird

Heutzutage gehört ein Hund zum Leben vieler Familien dazu. Als Partner auf vier Pfoten begleiten sie Menschen im privaten und immer öfter auch im beruflichen Alltag. Sie sind Freund, Bürobegleiter, Therapiehund, Seelentröster und vieles mehr – aber immer ein Familienmitglied, das man nicht missen möchte. Das erfordert auf beiden Seiten ein hohes Maß an Kooperationsbereitschaft. Was genau müssen Mensch und Hund also voneinander lernen, um entspannt durch ein gemeinsames Leben zu gehen? Marion Terhaar hat sich als Hundetrainerin und Verhaltensberaterin für Menschen mit ihren Hunden genau diesen Fragen gewidmet. In unserem Interview spricht sie über ihr einzigartiges Konzept und gibt uns einen Einblick in ihre Arbeit mit Hunden und Menschen. 

In deutschen Haushalten leben mehr als zehn Millionen Hunde. Viele Menschen sehen in ihrem vierbeinigen Freund ein vollständiges Familienmitglied. Als Welpe ist er besonders niedlich und löst in den Menschen ein starkes Bedürfnis nach Kontaktaufnahme aus. Man will ihn streicheln, ihn verwöhnen und ihm gleichzeitig mit Hilfe von Leckerlis „Kommandos“ vermitteln, erklärt Marion Terhaar. Doch ehe der Mensch sich versieht, ist der kleine Welpe ein pubertierender Junghund. Damit drängt sich die Frage auf, ob es zu Problemen kommen kann. „Könnte ein aggressives Verhalten zur Gefahr für die Kinder, andere Menschen oder auch Hunde werden? Kann ich ihn halten, wenn er an der Leine zieht? Wird er kommen, wenn ich ihn rufe?“ All das sind Fragen, die sich viele Hundebesitzer stellen. Dabei soll ein Familienhund entspannt, kinderfreundlich und verspielt sein. „Diesen Wunsch hegen alle Menschen“, erklärt Marion Terhaar von FAMILYDOGS4YOU

„Doch wir Menschen müssen auch etwas leisten, um solch einen Freund zu bekommen“, so die Expertin von FAMILYDOGS4YOU. Die Weichen dafür stellt Marion Terhaar bereits mit ihrer Zucht und Aufzucht. Einem Welpen, der sich ausreichend im Rudel sozialisieren konnte, fällt es hierbei leichter, sich später in eine Familie zu integrieren. Der Züchter schafft einzig und allein die Rahmenbedingungen, unter welchen die Hunde sich sozialisieren. Das Hunderudel gleicht laut der Expertin Marion Terhaar einer Menschenfamilie. Sozialverhalten wird innerartlich gelernt, genauso wie der Mensch es sich bei seinen Eltern, Geschwistern oder Freunden abschaut. Mit ihrem zweiten Standbein, Zucht und Aufzucht, – FAMILYDOGS4YOU artgerecht Hunde züchten – vermittelt Marion Terhaar Welpen, die es den zukünftigen Besitzern gerade am Anfang etwas leichter machen. Damit das so bleiben kann, bekommt jeder Welpenkäufer eine umfangreiche Jahresbetreuung ihres Erziehungskonzeptes DOG-SCHOOLING artgerecht Hunde führen mit an die Hand. Wie ihr Konzept von FAMILYDOGS4YOU genau funktioniert, erklärt Marion Terhaar im Interview.

Marion Terhaar von FAMILYDOGS4YOU

Marion Terhaar stellt bei ihrer Hundeschule DOG-SCHOOLING und ihrer Zucht FAMILYDOGS4YOU die Artgerechtigkeit in den Mittelpunkt.

Marion Terhaar von FAMILYDOGS4YOU bei uns im Interview!

Herzlich willkommen im GEWINNERmagazin, Marion Terhaar. Du bist Hundetrainerin und Verhaltensberaterin für Menschen mit ihren Hunden und führst seit 2009 deine Hundeschule in Gronau: DOG-SCHOOLING artgerecht Hunde führen. Zudem bist du mit FAMILYDOGS4YOU artgerecht Hunde züchten auch als Züchterin von Familienhunden erfolgreich. Was genau machst du?  

Ich bin Hundetrainerin und Verhaltensberaterin für Menschen mit ihren Hunden. In erster Linie bin ich aber Verhaltensberaterin für Menschen mit ihren Hunden. Früher hat man im Training den Fokus auf die Hunde gelegt, heute liegt der Fokus der Schulung beim Menschen. Meine Kunden von FAMILYDOGS4YOU lernen ihre vierbeinigen Freunde zu verstehen, damit sich diese erfolgreich in ihren Alltag integrieren können. Wir wissen, dass in den ersten Monaten die Weichen für das spätere Verhalten unseres Hundes gestellt werden. Viele Hunde zeigen oftmals erst nach ihrer Welpenzeit problematisches Verhalten. Die Antworten dazu findet der Hundehalter nicht im Internet, obgleich viele Menschen gerade dort nach Lösungsansätzen suchen. Daher habe ich ein Konzept entwickelt, mit dem sich die Welpen zu einem entspannten Hund entwickeln können, der sich dann nach Übergabe auch gegenüber seinen Menschen erst mal entspannt verhält. Mit meiner Jahresbetreuung helfe ich, dass es so bleiben kann.

„Die Welpen durchlaufen bei mir in erster Linie eine innerartliche Sozialisierung.“

Sie leben für mindestens drei Monate im Rudel mit Wurfgeschwistern, dem Muttertier und wechselnden adulten Hunden aus meinem Rudel. Ich habe inzwischen schon vielen Familien einen entspannten Welpen vermittelt. Damit sich die Beziehung, die der Welpe mit der Übergabe zu seinen Menschen aufbauen wird, zu aller Zufriedenheit entwickelt, müssen Menschen wissen, wie Hunde sich entwickeln. 

Marion Terhaar: Man muss ein Verständnis dafür entwickeln, wie Hunde sind

Wie sieht deine Betreuung von FAMILYDOGS4YOU konkret aus?

Alle Menschen, die bei mir einen Hund erworben haben, sind Mitglied in der für ihren Welpen relevanten WhatsApp-Gruppe. In dieser Gruppe beantworte ich aktuelle Fragen, poste Infos, biete Videoanalysen an und vieles mehr. Gerade die frischen Welpenbesitzer hegen einen regen Austausch und unterstützen sich zudem gegenseitig. Das ist auch für mich sehr schön zu beobachten. Zur WhatsApp-Gruppe erhalten meine Kunden einen Zeitplan, auf welchem steht, wann ich online per Videomeeting einen themenorientierten Unterricht und gemeinsamen Austausch anbiete. Sie können sich in ein Zoom-Meeting einwählen und wir besprechen ihre Fragen ausführlich. Auch Gruppentrainings in Form von Tagesworkshops gehören zum Konzept dazu. Einzelcoaching ermögliche ich nach Absprache bei mir vor Ort. Im Mittelpunkt der gesamten Betreuung steht ein entscheidender Punkt: Man muss ein Verständnis dafür entwickeln, wie Hunde sind. Wenn man das verinnerlicht hat, wird die Umsetzung leichter.

Marion Terhaar von FAMILYDOGS4YOU

Jeder Hund, der genetisch gut veranlagt ist kann ein Familienhund werden, verrät Marion Terhaar von FAMILYDOGS4YOU.

Diese Hunderassen sind geeignete Familienhunde

Marion Terhaar, welche Hundetypen eignen sich aus deiner Sicht besonders zum Familienhund?

Ein Familienhund kann jeder genetisch gut veranlagte Hund werden. Das obliegt nicht nur einer bestimmten Rasse, sondern auch dem Menschen, mit dem der Welpe lebt. Wie viel Hundeerfahrung bringt er mit? Wie gestaltet sich das soziale Umfeld des Menschen oder seine Handlungsfähigkeit? – und weitere Aspekte. Ich selbst bin Boxerfan. Sie begleiten mich schon über viele Jahre. Es sind energetische, fröhliche und sehr starke Persönlichkeiten.

Rassehunde waren noch bis vor einigen Jahrzehnten fast ausschließlich Arbeitshunde mit unterschiedlichen Schwerpunkten, herausgezüchtet aus der Jagdverhaltenskette, die jeder Hund als Jagdraubtier genetisch mehr oder weniger stark ausgeprägt in sich trägt. Wohl jeder kennt da den Hütehund, der die Herde zusammenhalten soll. Dieser Hundetyp stellt andere Anforderungen in der Erziehung als zum Beispiel ein Schutzhund, der aufgrund seiner Genetik in erster Linie beschützen und verteidigen möchte, was im Alltag zu erheblichen Problemen führen kann. Die Apportierhunde, wie Golden Retriever, Labrador Retriever oder Pudel, sind, wie es der Name sagt, für das Apportieren von geschossenem Wild gezüchtet worden. Zuchtziel war es, das geschossene Wild locker im Maul zu tragen, niemals zu zerbeißen. Das erforderte schon in der Zuchtauslese eine starke Beißhemmung seitens der Elterntiere. Starke Beißhemmung bedingt wenig Aggressionspotential. Das machte diese Gebrauchshunde schon in den 90ern zu äußerst beliebten Familienhunden. 

Der Pudel war, wie viele andere Rassehunde, ein Liebhaberhund. Entweder man mochte ihn, oder eben nicht. Zudem war er in früheren Zeiten der Zirkushund schlechthin. Er ließ sich extravagant frisieren, galt als schlau, sportlich, gewitzt, immer fröhlich, menschenbezogen, so gut wie niemals aggressiv und zudem allergikerfreundlich. Das alles zeichnet ihn auch heute noch aus. Der DOODLE in der Verpaarung von Retriever und Pudel erfüllt viele Anforderungen eines modernen Familienhundes. Auch der Kleinpudel gepaart mit einem sogenannten Gesellschaftshund wie Malteser oder Havaneser ist ein netter kleiner DOODLE. Einen großrahmigen Hund künstlich mit einem kleinen Hund zu kreuzen, halte ich hingegen aus gesundheitlichen Gründen für unangebracht.

Marion Terhaar von FAMILYDOGS4YOU

Marion Terhaar ist sich bei ihrer Arbeit von DOG-SCHOOLING sicher: „Jedes Individuum hat das Recht auf einen ausgewogenen Umgang mit Artgenossen, um eine artgetreue Persönlichkeit zu entwickeln.“

Marion Terhaar berichtet von einer für ihr Konzept entscheidenden Beobachtung

Dein Konzept zur Welpenaufzucht von FAMILYDOGS4YOU ist sehr besonders. Wo setzt es an? Wie bist du darauf gekommen?

Alles begann mit einer einfachen Beobachtung: Ich habe bemerkt, dass sich Hunde aus dem Tierschutz anders verhalten als Hunde von Züchtern. Sie waren ruhiger und zurückhaltender im Umgang mit Menschen und Artgenossen. Der Grund dafür war schnell gefunden: Der Tierschutz vermittelt in erster Linie Hunde aus anderen Ländern, welche nicht vor der 16. Woche importiert werden dürfen und somit länger im Hunderudel leben als Welpen aus hiesigen Zuchten. Dass das einen Vorteil in sich birgt, klingt zunächst paradox. Doch es gibt eine logische Erklärung: Hunde, die in einem harmonischen Rudel aufwachsen, können sich gut sozialisieren, vor allem, weil sie nicht im Fokus von Menschen leben.

„Die Sache ist ähnlich wie beim Menschen. Ich kann ein Kind nicht in eine Hundegruppe stecken und erwarten, dass es lernt, sich wie ein Mensch zu verhalten.“

Jedes Individuum hat das Recht auf einen ausgewogenen Umgang mit Artgenossen, um eine artgetreue Persönlichkeit zu entwickeln. Mensch zu Mensch, Hund zu Hund, Pferd zu Pferd und so weiter.

Von der Welpenschulung …

Als du diese Beobachtung gemacht hast, was hast du mit deinem neu gewonnen Wissen gemacht? 

Das führte dazu, dass ich mich näher mit der Entwicklung von Hunden befasst habe. Zu der Zeit war ich als Hundetrainerin / Verhaltensberaterin tätig und habe gleichzeitig eine Hundepension mit Welpengarten geführt. Der Beobachtung von Welpen galt immer schon mein großes Interesse. Um mein Wissen auszubauen und meine Hundeschulung auf eine solide Grundlage zu stellen, habe ich Welpen unterschiedlichster Rassen aus unterschiedlichsten Aufzuchten gekauft, um sie bei mir im Welpengarten großzuziehen. Am Ende ging es mir darum, ein Erziehungskonzept zu entwickeln, von dem Mensch und Hund gleichermaßen profitieren.

Mir war klar, dass eine lange Testphase vor mir lag. Man könnte sagen, dass ich mit der Welpenschulung experimentiert habe. Über einige Jahre kaufte ich immer wieder neue Welpen, während ich die Junghunde nach sechs bis sieben Monaten in Familien vermittelt habe, mit welchen ich auch nach der Vermittlung lange im Austausch blieb. Verdient habe ich damit zunächst nichts. Es ging mir einfach um das Interesse an den Hunden und der Verhaltensbiologie. Ich stellte zudem immer wieder fest, dass die Welpen, die aus reizarmen Zuchten zu mir kamen, entspannter waren. Somit wuchs der Wunsch, selbst zu züchten und die Aufzucht so gestalten, dass man letztlich einen Hund hat, der den Anforderungen der heutigen Gesellschaft gerecht werden kann. So kam es dann zur Gründung von FAMILYDOGS4YOU artgerecht Hunde züchten.

Marion Terhaar möchte mit ihrem Konzept von DOG-SCHOOLING ein entspanntes Miteinander zwischen Hund und Mensch vermitteln.

… bis zur Gründung von FAMILYDOGS4YOU 

Und warum gerade die Spezialisierung auf Familienhunde?

Auf Familienhunde habe ich mich spezialisiert, weil Familien auf entspannte, alltagstaugliche Hunde angewiesen sind. Zum einen ist da die Sorge, dass den Kindern etwas passiert, weil der Hund aggressiv reagiert. Zum anderen möchten die Eltern ihren Kindern nicht sagen müssen, dass ihr Hund nicht bei ihnen bleiben kann, weil er eine Gefahr für die Familie darstellt. Mein Konzept zur Welpenaufzucht ist an dieser Stelle besonders wichtig. 

Diese Beobachtungen und die daraus resultierenden Erkenntnisse haben meine gesamte Arbeit als Hundetrainerin und Verhaltensberaterin von Menschen mit ihren Hunden völlig auf den Kopf gestellt. 

„Zu erkennen, wie Hunde sich entwickeln, wenn kein Mensch da ist, der sie ständig fokussiert und mit ihnen agiert, ist spannend und ganz anders, als man es sich allgemein vorstellt.“

Noch beeindruckender aber ist, wie unkompliziert sich gerade diese Welpen in ein neues, ihnen völlig fremdes Leben mit Menschen integrieren können. Ich wollte einfach mehr von Hundemüttern und adulten Hunden im Umgang mit Welpen, Junghunden und letztendlich auch pubertierenden Hunden lernen, damit ich meine Kunden von FAMILYDOGS4YOU noch besser unterrichten konnte. Ich möchte gute Familienhunde züchten und gute Hundehalter ausbilden, damit am Ende alle entspannt miteinander leben können.

Das macht die Arbeit von Marion Terhaar Konzept, FAMILYDOGS4YOU so besonders

Was unterscheidet dich da von anderen Züchtern?

Ganz ehrlich: Kein Hobbyzüchter, der hin und wieder züchtet, kann über ein umfangreiches Wissen in Zucht und Aufzucht verfügen. Selbst nach meiner Ausbildung zur Hundetrainerin hatte ich nicht im Ansatz das Wissen über Zucht und Aufzucht, das ich jetzt habe, aber Ausbildung und Berufserfahrung waren wegweisend für die fachliche Analyse meiner Beobachtungen. Ab der vierten Woche fangen Welpen an, aktiv miteinander zu spielen. Bis zum vierten Monat ist das Zeitfenster für soziales Lernen besonders offen.

Bis zum üblichen Abgabezeitpunkt hätte ein Welpe gerade einmal vier bis fünf Wochen Zeit, von der Hundemutter und mit seinen Wurfgeschwistern Sozialverhalten zu erlernen. Das ist meines Erachtens zu wenig Zeit, um seine kleine Hundepersönlichkeit artgerecht zu entwickeln. Innerartliches soziales Lernen hat für Welpen absolut nichts mit einer aus menschlicher Sicht liebevollen familiären Wohnzimmeraufzucht zu tun. Oder mit der Bereitstellung von Bällebädern, Quitschies, Spielzeug und so weiter. Es beinhaltet auch nicht, dem Welpen bis zur Abgabe die ganze Welt zu zeigen, damit er gut sozialisiert ist und schon viel kennt.

Marion Terhaar von FAMILYDOGS4YOU

Marion Terhaar von FAMILYDOGS4YOU: „Am Ende möchte jeder Hundehalter, dass sein Hund ihm gehorcht, aber gleichzeitig behandelt er ihn wie einen Prinzen.“

Die Welpen sollten laut Marion Terhaar keinen Spaß an Beute- und Jagdspielen entwickeln

Warum gibst du Welpen kein Spielzeug in deiner Aufzucht? Kinder bekommen das doch auch.

Der Hund ist ein Jagdraubtier und Spielzeug wird für ein Jagdraubtier erst mal immer zur Beute. Ich möchte nicht, dass meine Welpen Spaß an Beute- und Jagdspielen entwickeln.

Sie sollen in der Sozialisierungsphase ausschließlich im Sozialverhalten kommunizieren. Da hat das Antrainieren von Jagdverhalten aus meiner Sicht keinen Platz. Wenn der Welpe in ein Spielzeug hackt, antwortet dieses nicht. Hackt er aber seinen Spielpartner ins Ohr, so erhält er eine Antwort und kann auf der sozialen Ebene lernen. Zudem sind Welpen aus einer eher reizarmen Aufzucht zufriedener, ruhen mehr und sind stressresistenter. Das noch unreife Gehirn kann sich in Ruhe entwickeln und erst mal im Sozialverhalten wegweisende Lernerfahrungen sammeln, bevor der Welpe in die weite Welt geht. Ein entspannter Hund mit einem entspannten Geist kann dann auch entspannt in ein neues Leben gehen. 

Marion Terhaar: Ein Hund sollte Hund sein dürfen 

Wenn es nicht auf Spielzeug, Leckerlis oder eine liebevolle familiäre Wohnzimmeratmosphäre ankommt, was ist deiner Meinung nach dann wichtig?

Ein Hund, der mit acht Wochen in eine menschliche Familie kommt, ist ganz einfach überfordert. Reizüberflutung ist das Stichwort. Alle sind aufgeregt und wollen sich mit ihm beschäftigen, geben ihm uneingeschränkt Aufmerksamkeit. Das führt zu einem unruhigen Umfeld und damit hat man am Ende einen unruhigen Hund, der nicht den Wünschen der Hundehalter entsprechen kann.

„Menschen neigen ohnehin dazu, Hunde zu vermenschlichen – gerade Welpen. „

Am Ende möchte jeder Hundehalter, dass sein Hund ihm gehorcht, aber gleichzeitig behandelt er ihn wie einen Prinzen. Das ist ambivalent und führt beim Hund zu Unsicherheiten. Er kann sich nicht in unsere Welt hineindenken, uns sollte es umgedreht gelingen. 

Bei den meisten Hundehaltern und Hundeschulen ist es außerdem gängige Praxis, Leckerlis als Belohnung zu geben. „Tust du was, kriegst du was“ lehne ich in der Hundeerziehung grundsätzlich ab, denn im Tierreich gibt es keine Erziehung über Futter. Mal ganz ehrlich, Tiere, die in sozialen Gruppen leben, erziehen sich in erster Linie über „angepasste Sanktionen“. Das Lob ist die Zugehörigkeit zur sozialen Gruppe mit all ihren soziopositiven Elementen. Die Begrifflichkeit Sanktion darf man heute kaum noch in den Mund nehmen, aber trotz alledem gibt es diese. Man muss einen Hund als solchen begreifen, wir wollen ja auch als Menschen begriffen werden und uns als solche entwickeln. 

Marion Terhaar von FAMILYDOGS4YOU

Marion Terhaar bietet eine enorme Expertise, die sie bei ihrer Welpenzucht FAMILYDOGS4YOU und ihrer Hundeschule DOGSCHOOLING ihren Kunden weitergibt.

Mit einem Welpen von FAMILYDOGS4YOU und dem Schulungskonzept DOGSCHOOLING Hunde artgerecht führen bleiben die Hundehalter auf dem richtigen Weg

Wie stellst du sicher, dass der Welpe nicht zu stark in den Mittelpunkt in seinem neuen Zuhause gerückt wird? Gibt es eine Anleitung für deine Kunden der FAMILYDOGS4YOU

Ich unterstütze meine Kunden tatsächlich immer dabei, ihren Welpen mit seinen Bedürfnissen zu verstehen. In 99 Prozent der Fälle beinhaltet das ein Umdenken beim Menschen. Mit Hilfe meines ersten Webinars, in dem ich explizit über die Entwicklung von Welpen ab Tag eins bis zu Abgabe erzähle und insbesondere den Umgang der Mutterhündin mit ihren Welpen darstelle, findet ein erster Umdenkungsprozess statt. Ich gebe Hilfestellung für die ersten Wochen mit dem Welpen und wie meine Kunden eine erfolgreiche und tragfähige Beziehung zu ihrem Welpen aufbauen können, ohne diesen zu vermenschlichen. Ihren Hund erfolgreich durch seine Entwicklungsprozesse zu führen, das alles beinhaltet die Jahresbetreuung DOG-SCHOOLING artgerecht Hunde führen, die zum Hundekauf bei FAMILYDOGS4YOU dazu gehört. 

Diese Ansätze machen bei der Jahresbetreuung von DOG-SCHOOLING laut Marion Terhaar den Unterschied

Was sind die Unterschiede und wie beeinflusst das letztlich das Zusammenleben von Hund und Mensch, vor allem, wenn der Hund sehr früh zum Menschen kommt?

Die Welpen werden von ihrer Mutter in den ersten Wochen instinktiv versorgt. Wenn ein Welpe von sich aus nicht energisch die Zitzen sucht und sich festsaugt, bevor er satt ist, wäre er unter Umständen verloren. Das Muttertier legt die Welpen nicht an, sie legt sich zu den Welpen. Auch wenn das Muttertier die Welpen ab der dritten bis vierten Woche von der Milchbar wegschnappt, sie gehen immer wieder zu ihr, egal, wie schlimm der Schnapper auch war. Der Überlebenswille und der Folgetrieb der Welpen erlaubt dem Muttertier diese Form der Sanktion.

„Der Überlebensinstinkt macht die Welpen sozusagen erziehungsresistent, gleichzeitig lernen sie innerartlich, Frustrationen auszuhalten.“

Dabei ist der Umgang, den ein Mensch zu einem Hund pflegt, keineswegs mit den natürlichen Abläufen der innerartlich vorbestimmten genetischen Entwicklung kompatibel. Die propagierte Futterbelohnung beinhaltet immer eine Wirkungsabsicht vonseiten des Menschen. Ein Kommando erfordert immer die Kontrolle des Menschen und macht ihn selbst zum Bittsteller. Also werden wir zusehends abhängig vom Verhalten des Hundes. Diese Art der Erziehung, des sich Kennenlernens von Mensch und Hund wirkt sich auf die nächsten Entwicklungsstufen des Hundes oft fatal für alle Beteiligten aus. 

Marion Terhaar von FAMILYDOGS4YOU

Marion Terhaar setzt bei DOG-SCHOOLING auf eine Hundeerziehung ganz ohne Druck und ohne Kommandos.

Du machst es deshalb bewusst anders. Was steht in der ersten Zeit bei dir und FAMILYDOGS4YOU im Fokus? 

Die Welpenzeit steht bei mir ausschließlich für den Aufbau einer tragfähigen Beziehung, den Erhalt der menschlichen Handlungsfähigkeit sowie das Anwenden eines Managements – und all das ohne Kommandos, die mit Wirkungsabsicht einhergehen. „Wer nicht fordert, kann auch nicht enttäuscht werden“, hört sich erstmal paradox an, birgt aber viele Vorteile für ein zukünftiges harmonisches Miteinander. Der Welpe lernt auf jeden Fall, auch wenn es für uns nicht sofort messbar ist. Mit Hilfe eines speziellen Signaltrainings lernt er vorerst, ausschließlich unterbewusst auf unser Verhalten zu achten. Völlig unspektakulär, aber höchst effizient. Diese Zusammenhänge zu verstehen, können meine Kunden der FAMILYDOGS4YOU von mir lernen.

Ohne Druck und Kommandos eine gesunde Bindung zum Hund aufbauen – ohne eine stabile Beziehung ist Erziehung nicht möglich!

In den ersten drei oder vier Monaten werden die Welpen von mir genauso pragmatisch behandelt wie vom Muttertier, ich beobachte sie mit einer abgrenzenden Fürsorge und wenn nötig helfe ich ihnen auch. Je älter der Welpe wird, nimmt auch er mich als einen handlungsfähigen Menschen wahr, an dem sich all meine adulten Tiere orientieren. Das ist eine hervorragende Ausgangssituation. Er geht praktisch wie ein Rohdiamant zu seinen Menschen. Ich bringe meinen Kunden dann bei, wie sie sich verhalten sollten, damit der Welpe auch sie als handlungsfähig wahrnimmt: ohne Druck und ohne Kommandos.

„Es geht ausschließlich um den Bindungsaufbau und ein stabiles Fundament für das gemeinsame Miteinander.“

Wenn das gelingt, haben wir einen Junghund, der sich schon sehr gut an seinem Menschen orientiert und gerne mit ihm und von ihm lernt. Kommt er im Anschluss in die Pubertät, sucht er verstärkt nach Selbstbestimmung, Ablösung und Selbstdarstellung. 

Der zuvor geleistete Bindungsaufbau erlaubt es dann, den pubertierenden Hund sicher zu begrenzen, ohne Vertrauensverluste zu erleiden. Die Pubertät verläuft insgesamt ruhiger und weniger dramatisch, da der junge Hund aufgrund gemeinsamer Vorerfahrungen seinen Besitzer weniger in Frage stellt. Nach der Pubertät ist es dann wieder wie vor der Pubertät. Mein Konzept beruht einzig und allein auf sozialer Intelligenz.

Wie die Betreuung von FAMILYDOGS4YOU aussieht

Marion Terhaar, was sagen deine Kunden über die Hunde, die sie von dir übernommen haben? Welche Rückmeldungen bekommst du?

Meine Kunden von FAMILYDOGS4YOU sind mir unendlich dankbar, dass ich sie so intensiv betreue. Es gibt meines Wissens einfach kein ähnliches Angebot, das gerade frische Welpenbesitzer so professionell und ganzheitlich durch das erste Jahr begleitet. Ich bekomme oft sehr emotionale Nachrichten oder Videos, die mich sehr berühren, weil ich die Ehrlichkeit in ihnen spüre. Dieses Feedback meiner Kunden, die Ehrlichkeit und Offenheit, die sie mir entgegenbringen, egal ob es mit dem Hund gerade gut, oder auch mal weniger gut läuft, sagt mir, dass mein Weg glaubhaft und zielführend ist. 

Marion Terhaar studiert die Hunde, wie sie sagt, jeden Tag aufs Neue. Dieses langjährige Wissen macht ihre Konzepte für DOG-SCHOOLING artgerecht Hunde führen und FAMILYDOGS4YOU artgerecht Hunde züchten so besonders.

Daher stammt Marion Terhaars Expertise

Du forschst selbstständig auf deinem Fachgebiet. Dafür braucht man sicherlich eine Basis. Woher stammt dein grundlegendes Wissen? 

Ich bin seit 2009 im Bereich Hund und Mensch tätig. Begonnen hat es mit einer dreijährigen Ausbildung zur Hundetrainerin und Verhaltensberaterin bei Canis. Ich bin als solche durch die Tierärztekammern Schleswig-Holstein und Niedersachsen zertifiziert. Selbstverständlich habe ich die Zulassung vom zuständigen Veterinäramt. Auch mein Konzept ist als Fortbildung für Hundetrainer von beiden Tierärztekammern anerkannt. Ich habe zehn Jahre lang eine Hundepension geführt und konnte so viele Erfahrungen mit Familienhunden aus unterschiedlichsten Erziehungsmodellen machen. Heute lebe ich auf meinem Grundstück mit über 25 Hunden aller Altersklassen.

Nicht alle Hunde sind in der Zucht, aber jeder hat seine Aufgabe. Da bekommt man viel Erfahrung im Umgang mit Hunden. Doch hauptberuflich bin ich immer Verhaltensberaterin für Menschen mit ihren Hunden gewesen und geblieben. Man kann natürlich viel aus Büchern und von den verschiedenen Fachleuten lernen, das habe ich auch getan. Am Ende schlägt aber nichts die eigene Beobachtung. Ich studiere die Hunde und das jeden Tag aufs Neue.

FAMILYDOGS4YOU: Ein Welpe ist kein Kuscheltier

Wie soll es weitergehen mit FAMILYDOGS4YOU? Gibt es ein Ziel, auf das du hinarbeitest? 

Ich brenne für mein Thema und ich möchte die Botschaft, mein Wissen, noch mehr nach außen tragen. Viele Probleme, die Hunde verursachen, haben ihren Ursprung in der Welpensozialisierung und der Welpenerziehung. Hundeerziehung und das Leben mit Hunden kann so einfach sein. Wir müssen nur lernen, wie sie zu denken. Genau darum habe ich mein Erziehungskonzept DOG-SCHOOLING artgerecht Hunde führen benannt. Das Konzept hat sich in erster Linie aus der Beobachtung meiner Hunde im Rudel, sowie der Zucht und Aufzucht – also durch FAMILYDOGS4YOU artgerecht Hunde züchten –  entwickelt. Es begleitet meine Welpenkäufer, wie auch Menschen mit Hunden aus anderer Herkunft, egal welchen Alters, die meinen Rat suchen. 

Ich bin auf dem Dorf aufgewachsen, wo ich ausgesprochen viel Zugang und Umgang mit vielen Tieren hatte. Als ich ein Kind war, hatte eine Kuh keinen geringeren Wert als ein Hund. Das kann man sich heute kaum noch vorstellen. Wir behandeln die Hunde, als ob sie direkt aus einem Zeichentrickfilm von Disney kommen. Man sollte aber alle Lebewesen für das respektieren, was sie ausmacht – und ein Welpe ist kein Kuscheltier.

Du wünscht dir einen Familienhund und möchtest eine artgerechte Erziehung bei der du kompetent und nachhaltig begleitet wirst?
Dann melde dich jetzt bei Marion Terhaar!

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Anne Kläs hat einen Master of Education in Französisch und Religion, ist Expertin für hochwertigen Content und beim Gewinnermagazin für das Führen von Unternehmer-Interviews verantwortlich.

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