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Stefan Korol
© Stefan Korol

Interviews

Stefan Korol: „Jeder kann gut reden – und wird damit auch erfolgreicher!“

Stefan Korol ist einer der erfahrensten Medien- und Kommunikationstrainer in Deutschland. Im Interview hat er uns verraten, warum gute Kommunikation planbar ist, wie die Teilnehmer seines Trainings das mithilfe seines Systems erreichen und weshalb es so wichtig ist, sich einfach mal zu trauen.

Stefan Korol ist mit rund 30 Jahren Berufspraxis einer der erfahrensten Medien- und Kommunikationstrainer in Deutschland. Er berät Unternehmen und Organisationen in der internen Kommunikation und bei Auftritten in der Öffentlichkeit. Zudem war er 20 Jahre Radio- und Fernsehjournalist, anschließend ebenso lange Professor für Radio- und Fernsehjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Er ist Gründer des Bundesverbandes für Medientraining in Deutschland (BMTD) und war Dozent und Seminarleiter an der legendären Akademie für Publizistik in Hamburg. Heute lebt Stefan Korol in der Nähe von Bonn. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, wie jeder bewusster – und damit erfolgreicher – kommunizieren kann.

 

Stefan Korol bei uns im Interview!

Stefan Korol, herzlich willkommen im GEWINNERmagazin. Wir alle wissen: Wer gut reden kann, kommt „gut rüber“ und auch schneller nach oben. Aber es heißt ja auch: Gut reden, „gut rüberkommen“ kann man – oder eben nicht. Also finden wir uns damit ab?

Stefan Korol: Das wäre ganz falsch, damit verbaust du dir große Chancen. Zwar stimmt der erste Teil der Frage: Wer gut reden kann, wer in Gesprächen klar und überzeugend rüberkommt, kommt weiter. Und es stimmt auch, dass der Spruch „Gut reden kann man – oder eben nicht“ weit verbreitet ist. Das ändert aber nichts daran, dass das, sorry für den harten Ausdruck, totaler Blödsinn ist.

Damit eckst du bei einigen Leserinnen und Lesern sicher an. Kannst du deine Einschätzung begründen?

Aber gern. Ich bin jetzt seit knapp 30 Jahren Medien- und Kommunikationstrainer – und nicht ein einziger meiner Teilnehmer hat nach dem Training noch die Fehler gemacht, wegen der er das Training gemacht hat. Und ich spreche jetzt nicht von Kommunikationsprofis, die noch an ihren letzten Ecken und Kanten arbeiten wollten, sondern von Menschen, die wissen und lernen wollten, wie sie in bestimmten Gesprächs- und Redesituationen besser und erfolgreicher werden.

Stefan Korol

Das Machen ist wichtig – aber bei Korol kommt auch die Wissenschaft nicht zu kurz, er war 20 Jahre Professor für Journalismus.

Darauf können sich die Teilnehmer im Training mit Stefan Korol freuen

Worum geht es in deinen Trainings, was lernen wir?

Du lernst, erstens, dass jeder und jede gut und erfolgreich kommunizieren kann. Und das ist toll. Aber du lernst auch, dass jeder und jede dafür hart arbeiten muss. Es gibt ja den schlauen Satz: „Reden – lernst du nur durch reden!“ Klingt banal, nach Großmutters Sprüchekiste. Aber diese Weisheit stimmt zu 100 Prozent.

Ich höre von meinen Teilnehmern immer wieder, dass sie schon Kommunikationstrainings gemacht haben, mit eindrucksvollen Trainern, tollen Powerpoint-Präsentationen und schlauen Skripten. Aber genutzt hat das alles nichts. Lernen, erkennen, besser werden – das geht nur mit Arbeit. Das ist bei der Kommunikation nicht anders als beim Fußball, beim Tennis oder anderen Sportarten. Deswegen heißt es ja auch KommunikationsTRAINING.

„Lernen, erkennen, besser werden – das geht nur mit Arbeit!“

Das klingt aber ganz schön anstrengend …

Ist es auch. Denn sonst erreichst du dein Ziel nicht. In meinen Trainings fangen wir nach einer Viertelstunde mit den ersten Übungen an: Zum Beispiel: „Dein Kollege hat Geburtstag – halte doch bitte eine kleine Rede dazu.“ Oder: „Ein wütender Kunde ruft an, weil dein Produkt nicht das hält, was du versprochen hast.“ Da kommst du schon ins Schwitzen. Und der Puls wummert auch ganz schön.

Es geht zunächst darum, sich zu trauen

Also der berühmt-berüchtigte Sprung ins kalte Wasser …

Ja, aber natürlich mit Rettungsring, Schwimmflügeln und einem Rettungsschwimmer am Beckenrand, der dich keine Sekunde aus den Augen lässt. Und vor allem: Es geht bei diesen ersten Übungen noch nicht darum, es gut zu machen, es geht nicht um das Ergebnis, das kommt später.

Es geht nur um den Sprung. Trau dich und mach‘ es, überwinde deinen inneren Schweinehund – erst dann bist du bereit für Neues, für Veränderung; erst dann fängst du an besser zu werden, ganz langsam, Schritt für Schritt. Übrigens, der Sprung ins kalte Wasser ist ja auch gut für alle: Wenn in einem Training einer oder eine nur am Rand steht, sich zurückhält und nur die anderen machen lässt, ist das nicht gut für die Gruppe und hat damit auch einen negativen Einfluss auf den Trainingserfolg.

„Es geht an erster Stelle um den Sprung. Trau dich und mach‘ es, überwinde deinen inneren Schweinehund!“

Okay, alle sind gesprungen. Wie geht es dann weiter in deinem Training?

Dann fangen wir an, inhaltlich zu arbeiten. Denn du willst am Ende des Tages mehr in deinem Rucksack haben, als das tolle Gefühl, dich getraut zu haben, ins kalte Wasser gesprungen zu sein. Meine Trainings basieren auf drei Erkenntnissen, drei Tipps: Erstens, um erfolgreich zu kommunizieren, musst du deine Gespräche und Reden planen, akribisch vorbereiten.

Zweitens: Die einfachste Anleitung, um deine Gespräche zu planen und vorzubereiten, ist die Warum-Frage: Warum will ich dieses Gespräch führen, diese Rede halten? Und der dritte Tipp, ist kein Tipp, sondern eine Methode, die ich im Laufe der Jahre entwickelt habe, und von der meine Teilnehmer begeistert sind: Vorlagen für bestimmte Standardgespräche. Da musst du in die jeweiligen Felder nur deine eigenen Inhalte einfüllen – und schon kannst du loslegen.

Stefan Korol

„Im Interview treffen zwei Menschen aufeinander, die total unterschiedlich ticken.“ Nur eine der vielen Weisheiten in Stefan Korols Medientrainings.

Gute Kommunikation ist planbar

Ich hake mal bei dem Tipp 1 ein: Ich soll also nicht nur eine Rede vorbereiten, sondern auch Gespräche? Ich weiß aber doch gar nicht, wie die ablaufen?

Dann musst du eben dafür sorgen, dass du es weißt. Das ist ja der Fehler, den so viele machen: Sie fangen ein Gespräch an, obwohl sie keinen Plan haben. Das kann dann klappen – oder eben auch nicht. Wer erfolgreich kommunizieren will, muss sich aber unabhängig machen von Zufall und Glück.

Und das geht nur mit einem Plan, mit einem Ziel, mit Vorbereitung. Selbst wenn es dann nicht zu 100 Prozent klappt, hat eine geplante Kommunikation den Vorteil, dass wir erkennen können, was wir noch nicht ganz richtig gemacht haben, wissen also genau, was wir beim nächsten Mal besser machen können.

Wie soll ich denn ein Gespräch vorbereiten? Da gibt es doch unendlich viele Möglichkeiten?

Die einfachste Anleitung, um Gespräche zu planen, vorzubereiten ist, ist die Warum-Frage: Warum will ich dieses Gespräch führen? Was soll am Ende das Ergebnis sein? Da muss eine klare Antwort stehen. Und anhand dieser Antwort kannst du überprüfen, ob deine Sätze zum Ziel führen. Alles, was zu diesem Ziel führt: sagen. Alles, was nicht zu diesem Ziel führt: weglassen. Alle Sätze deines Gegenübers, die zum Ziel führen: darauf eingehen. Alle Sätze deines Gegenübers, die nicht zum Ziel führen: ignorieren.

Klingt eigentlich ganz einfach, denn wir alle kennen ja den Spruch, und der stimmt tatsächlich: „Wenn du kein Ziel hast, darfst du dich nicht wundern, dass du nirgendwo ankommst.“

Das System von Stefan Korol

Du hast vorhin auch von bestimmten Vorlagen gesprochen, die die Planung erleichtern sollen …

Ja, von meiner Methode, von meinen Vorlagen für Standardgespräche: Es gibt ja unendlich viele und unterschiedliche Gesprächssituationen. Ich habe vor Jahren damit begonnen, durch Fragen in meinen Trainings und bei Unternehmen herauszufinden, was die am häufigsten vorkommenden Kommunikationssituationen sind. Diese Reden und Gespräche habe ich dann analysiert und sie nach Anlass und Inhalt kategorisiert.

Also, zum Beispiel: Die Rede vor Mitarbeitern, das Streitgespräch, Streit schlichten, Konferenzen leiten, Diskussionen moderieren und viele andere mehr; Standardgespräche eben, die immer und überall vorkommen. Und für jedes dieser Standardgespräche habe ich dann eine Vorlage erstellt; Bausteine, die in diesem Gespräch drin sein müssen, auch in der schon richtigen Reihenfolge. Diese Bausteine müssen die Teilnehmer in meinen Trainings nur noch mit ihren individuellen Inhalten füllen.

Also ist das so etwas, was die Informatiker als CMS bezeichnen, ein Content Management System?

Ja, genau das ist es. Und ebenso wie ein CMS, gibt zwar auch mein System viele Dinge vor, hat aber eben den Vorteil, dass du ganz schnell deine Rede und dein Gespräch vorbereiten kannst. Und wenn du das ein paar Mal gemacht hast, wirst du sagen: Okay, jetzt weiß ich, wie es geht, jetzt fühle ich mich sicher – und ändere die Vorlage oder mache eine komplett andere. Klasse. Mein System ist ja nur eine Erleichterung für diejenigen, die noch nicht ganz so fit sind.

„Die von mir entworfenen Bausteine müssen meine Teilnehmer nur noch mit individuellen Inhalten füllen!“

Und das sage ich auch in meinen Trainings: „Du wirst hinterher kein Kommunikationsprofi sein. Aber du wirst bei keiner Rede mehr hängenbleiben, bei keinem Gespräch ziellos daherreden. Und natürlich gibt’s mein System auch mal zum Ausprobieren: Auf www.jobtalks.de habe ich sechs solcher Vorlagen eingestellt. Durchlesen, Inhalte einfüllen – und los geht’s. Und die Vorlagen sind extra groß, damit sie mit dem Handy abfotografiert werden können – also auch zum Mitnehmen.

Stefan Korol

Sätze, wie „Ich kann das nicht“, sind eigentlich nur Ausreden. Das lehrt Stefan Korol seine „Schüler“ immer und immer wieder.

Jeder kann reden, wenn er denn den Willen hat

Jetzt, am Ende dieses Interviews, springe ich noch einmal nach oben und frage mich: Warum hält sich denn der Spruch „Reden kann man – oder eben nicht“ so hartnäckig? Hast du eine Erklärung?

Keine wissenschaftliche, aber aus meinen Trainings weiß ich: Dieser Spruch ist für viele sehr bequem; immer wieder „beichten“ mir Teilnehmer, dass sie insgeheim diesen Spruch als Ausrede benutzt haben, nicht an ihren, ihnen durchaus bekannten Fehlern zu arbeiten. „Ich kann das halt nicht“ ist ja ein Satz, mit dem wir oft unsere Unzulänglichkeiten begründen. Und es dann, mit gutem Gewissen, dabei belassen.

Das klingt alles sehr perfekt, auch nach viel Disziplin. Hast du denn gar keine solche Baustelle, wo du sagst „Ich kann das halt nicht“ und es „guten“ Gewissens dabei belässt?

Aber klar doch. Denn den Anspruch, diszipliniert und perfekt zu sein, habe ich leider nur bei meinem Lieblingsthema Kommunikation. In meiner Garage zum Beispiel herrscht seit Jahren Chaos. Aber wenn es ans Aufräumen gehen soll, ist es „draußen ja gerade SO heiß“. Und im Winter immer gerade „SO kalt“.  Und wenn mal schönes Aufräumwetter ist, habe ich immer „SO viel zu tun …“. Mein Auto wird wohl erst wieder in die Garage passen, wenn ich einen Ordnungscoach buche …

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Anne Kläs

Anne Kläs hat einen Master of Education in Französisch und Religion, ist Expertin für hochwertigen Content und beim Gewinnermagazin für das Führen von Unternehmer-Interviews verantwortlich.

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